Die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Gerzen haben im Februar 2026 mit der kommunalen Wärmeplanung begonnen. Ziel davon ist es, eine zukunftstaugliche und bezahlbare Wärmeversorgung zu schaffen. Für die Analyse sowie Planungsleistung potenzieller Wärmeversorgungsmaßnahmen wurde das Regensburger Ingenieurbüro Luxgreen Climadesign GmbH beauftragt. Die Kosten dieser Maßnahme werden durch Kostenerstattungen des Freistaats Bayern finanziert. Die Realisierung der besten und kosteneffizientesten Lösungen erfolgt dabei freiwillig.
Die kommunale Wärmeplanung hilft Kommunen, ihre zukünftige Wärmeversorgung nachhaltig zu gestalten. Ziel ist es, Gebäude kostengünstig, effizient und umweltfreundlich zu beheizen, dabei verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen und den Treibhausgasausstoß zu reduzieren. Die Planung beginnt mit einer Bestandsanalyse, die den aktuellen Wärmebedarf und die verwendeten Energieträger untersucht. Anschließend werden Verbesserungspotenziale wie Abwärme, Solarenergie oder effizientere Heizsysteme identifiziert. Am Ende steht ein Plan, der die schrittweise, kosteneffiziente und umweltfreundliche Umgestaltung der Wärmeversorgung zeigt.
Individuelle Besonderheiten der Wärmeplanung der VG Gerzen
Die Wärmeplanung berücksichtigt die spezifischen Gegebenheiten der Region. Dazu zählen geografische Merkmale wie die ländlich geprägte Siedlungsstruktur mit mehreren Ortsteilen und Streulagen, bestehende Infrastrukturen wie vorhandene Nahwärmeansätze und zentrale Wärmeerzeuger in einzelnen Bereichen sowie lokale Bedürfnisse wie die Entwicklung in Wohn- und Gewerbegebieten und die Anforderungen von Handwerk und mittelständischen Betrieben. Diese Faktoren bestimmen die maßgeschneiderte Planung der Wärmeversorgung, um sie effizient und nachhaltig zu gestalten.
Daten als Schlüsselfaktor
Die Basis der Bestandsanalyse bilden Messdaten und Informationen. Dazu können alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde einen wertvollen Beitrag leisten und über die geplante Umfrage ihre Erfahrungswerte beisteuern. Am Ende soll ein präzises Bild der aktuellen Wärmeversorgung entstehen. Darauf folgt eine Potenzialanalyse, welche die Einsparmöglichkeiten für Raumwärme und Warmwasser sowie die Einsatzmöglichkeiten für erneuerbare Energien prüft. Die größten Wärmeverbraucher stehen dabei besonders im Fokus. Am Ende soll auf dieser Grundlage ein Wärmenetzplan für eine zukunftssichere Wärmeversorgung der Gemeinde entstehen.
Durchdachte Wärmeplanung – eine Gelegenheit für alle
Für die Erhebung der Grundlagendaten baut die VG Gerzen auf ihre Bürgerinnen und Bürger und die Kooperation mit den ansässigen Unternehmen. Eine Pflicht zur Beteiligung gibt es nicht, jedoch bewirken mehr Daten auch bessere Ergebnisse. Ebenso ist jede Umsetzung am Ende freiwillig und so entscheiden beispielsweise Hausbesitzer selbst, ob und wie sie den Zugewinn an Planungssicherheit, oder auch bisher nicht dagewesene Optionen nutzen wollen. Eine davon entsteht im Rahmen der Identifikation sogenannter Eignungsgebiete.
Informationsveranstaltung im Sommer 2026
Für einen gemeinsamen Austausch zur kommunalen Wärmeplanung laden die Mitgliedsgemeinden alle Bürgerinnen und Bürger zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein. Diese wird voraussichtlich im Sommer stattfinden. In den Vorträgen wird es um den aktuellen Stand der Planung, mögliche Wärmenetz- und Individualversorgungsgebiete sowie zukünftige Optionen der Wärmeversorgung gehen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die Informationsstände zu besuchen, sich beraten zu lassen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Umfrage – Ihre Meinung zählt
Nehmen Sie an der freiwilligen Umfrage teil:
https://forms.office.com/e/XL52jpSKJt
Sollten Sie keine Möglichkeit haben, online an der Umfrage teilzunehmen, melden Sie sich bitte beim Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Gerzen, bauamt@gerzen.de, Tel. 08744 9604- 982.
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Häufig gestellte Fragen zur kommunalen Wärmeplanung
Was ist kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Prozess, der darauf abzielt, die Wärmeversorgung der Kommunen nachhaltig, effizient und klimafreundlich zu gestalten. Dabei wird der aktuelle Wärme-bedarf analysiert, potenzielle erneuerbare Wärmequellen identifiziert und Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen entwickelt.
Hört die Wärmeplanung genau an der Gemeindegrenze auf?
Nicht direkt. Die Planung kann auch kommunenübergreifend stattfinden. Es kommt beispielsweise vor, dass Eignungsgebiete ausgewiesen werden, welche teilweise schon in einer zu einer anderen Gemeinde gehören. Die Umsetzung wird dann empfohlen und durch kommunale Vertreter kommuniziert und bestenfalls umgesetzt.
Welche Information erhalten Bürgerinnen und Bürger durch den Wärmeplan?
Transparenz: Eigentümer erhalten Informationen über geeignete Technologien zur Wärmeerzeugung für ihr Gebiet.
Planungssicherheit: Bürger können erkennen, wann und wie ein Umstieg auf klimaneutrale Versorgung in ihrem Quartier, ihrer Straße oder ihrem Haus stattfinden wird.
Warum ist die kommunale Wärmeplanung wichtig für unsere Kommune?
Bayern hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Da der Wärmebereich einen großen Anteil der CO2-Emissionen ausmacht, ist die kommunale Wärmeplanung ein Maßnahmenkatalog zur Erreichung der Wärmewende hin zu einer emissionsfreien Wärmeversorgung.
Wie wird die Wärmeplanung finanziert?
Die Kosten werden durch die Konnexitätsmittel des Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie finanziert.
Ist ein Wärmenetz oder eine Einzelversorgung wirtschaftlicher?
Ein Wärmenetz ist meistens wirtschaftlicher als eine Einzelversorgung. Ein Wärmenetz versorgt viele Gebäude gleichzeitig, wodurch die Kosten für die Infrastruktur auf mehrere Haushalte oder Betriebe verteilt werden. Zudem können so verschiedene Quellen für Wärme genutzt werden, wie z.B. Abwärme aus Industrie oder erneuerbare Energien. Eine Einzelversorgung ist oft teurer, weil jeder Haushalt oder Betrieb seine eigene Heizungsanlage braucht.
Besteht eine Pflicht zum Umsetzen der geplanten Maßnahmen?
Für die einzelnen Bürger besteht keine direkte Pflicht, die geplanten Maßnahmen der Wärmeplanung sofort umzusetzen. Allerdings können Bürger aufgefordert werden, sich an den Maßnahmen zu beteiligen, zum Beispiel durch den Anschluss an ein Wärmenetz oder die Nutzung erneuerbarer Energien.
Wie können sich die Bürgerinnen und Bürger beteiligen?
Die Bürgerinnen und Bürger können sich aktiv an der kommunalen Wärmeplanung beteiligen, indem sie an der bevorstehenden Umfrage teilnehmen und ihre Meinungen, Bedürfnisse und Vorschläge, einbringen. Zudem wird es Informationen auf der kommunalen Homepage, eine Informationsveranstaltung und Workshops geben, bei denen die Bewohnerinnen und Bewohner sich direkt einbringen und informieren können.
Welche kurzfristigen Maßnahmen werden ergriffen?
Zu den ersten Schritten gehören die Erhebung aktueller Daten zur bestehenden Wärmeinfrastruktur und zum Energiebedarf. Zudem wird eine Bürgerumfrage gestartet, um Bedürfnisse und Meinungen der Bevölkerung zu erfassen. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für die weiteren Planungen.
Wird meine Heizung ausgetauscht werden müssen?
Ob und wann eine Heizungsanlage ausgetauscht werden muss, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. In einigen Fällen könnte der Austausch einer veralteten oder ineffizienten Anlage empfohlen werden, um den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen zu senken. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung werden Gebiete als potenzielle Fokusgebiete für Wärmenetze identifiziert. Ob Ihre Immobilie in einem Fokusgebiet liegt, erfahren Sie im Rahmen der öffentlichen Informationsveranstaltung, sowie über den veröffentlichten Wärmeplan. Sie werden rechtzeitig über das Rahmenprogramm informiert. Die Umsetzung der potenziellen Wärmenetze obliegt dem lokalen Energieversorger.
Wie lange dauert die kommunale Wärmeplanung?
Der Prozess der kommunalen Wärmeplanung gliedert sich in mehrere Phasen und wird voraussichtlich im Dezember 2026 fertiggestellt. Die erste Phase, die Datenerhebung und die Bürgerbeteiligung, wird etwa 3-4 Monate andauern. Die darauffolgende Entwicklung von Szenarien und Maßnahmen wird voraussichtlich im August fertiggestellt. Die schrittweise Umsetzung erfolgt nach der kommunalen Wärmeplanung und kann mehrere Jahre andauern.
Wann sind erste Ergebnisse zu erwarten?
Die ersten Ergebnisse der Wärmeplanung sind normalerweise nach etwa 6 bis 7 Monaten zu erwarten. In dieser Zeit werden verschiedene Daten gesammelt, Analysen durchgeführt und die besten Lösungen für die Wärmeversorgung entwickelt. Es dauert so lange, weil eine gute Planung sorgfältige Überlegungen und Abstimmungen zwischen vielen verschiedenen Akteuren erfordert, wie Kommunen, Energieversorgern und anderen Beteiligten.
Was passiert nach der Wärmeplanung?
Nach Abschluss der Wärmeplanung werden konkrete Handlungspläne vorliegen, die aufzeigen, wie die Maßnahmen zur nachhaltigen Wärmeversorgung schrittweise umgesetzt werden können. Anhand der Handlungspläne wird in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Energieversorgern die Umsetzung von Wärmenetzen geprüft.
Wie werde ich über den Fortschritt informiert?
Die Gemeinde wird regelmäßig über den Fortschritt der Wärmeplanung informieren. Dies wird über verschiedene Kanäle geschehen, darunter die städtische Webseite, der Gemeindespiegel und Informationsveranstaltungen.
Ich möchte meine Heizung erneuern. Was muss ich im Hinblick auf die kommunale Wärmeplanung beachten?
Die kommunale Wärmeplanung teilt das Gemeindegebiet in Bereiche ein, in denen künftig unterschiedliche Formen der Wärmeversorgung möglich sein können (z. B. Wärmenetz, dezentrale Versorgung). Diese Einteilung kann Ihnen als Orientierung dienen, welche Lösungen in Ihrem Gebiet perspektivisch sinnvoll oder geplant sein könnten. Wichtig: Der Wärmeplan ist eine strategische Planung und ersetzt keine individuelle Beratung. Ihre Entscheidung für ein Heizsystem bleibt grundsätzlich frei.
Muss ich mit dem Heizungstausch warten, bis die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen ist?
Nein. Die kommunale Wärmeplanung macht keine direkten Vorgaben dazu, wann und wie Sie Ihre Heizung erneuern müssen. Wenn bei Ihnen kurzfristig ein Austausch ansteht, können Sie die Sanierung unabhängig vom Abschluss der Wärmeplanung umsetzen. Sinnvoll ist es, dabei möglichst auf eine klimafreundliche Lösung zu setzen und sich über aktuelle Fördermöglichkeiten zu informieren.
Wer berät mich zum Heizungstausch?
Für eine persönliche Einschätzung eignen sich unabhängige Energieberatungen (z. B. Energieagentur, Verbraucherzentrale oder zertifizierte Energieberaterinnen und Energieberater). Auch lokale Fachbe-triebe für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) können Sie zu technischen Lösungen, Einbau und Umsetzung beraten. Zusätzlich stellt die Kommune im Rahmen der Wärmeplanung Informationen bereit, die als Orientierung dienen können.
Welche Wärmelösungen kommen für mich in Frage?
Das kann pauschal nicht beantwortet werden. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab, z.B. vom energetischen Zustand Ihrer Immobilie, den Platzverhältnissen, möglichen Sanierungsmaßnahmen sowie den lokalen Rahmenbedingungen.
Als klimafreundliche und zukunftssichere Optionen kommen - je nach Gebäude und Gebiet – eine Wärmepumpe, eine Biomasseheizung oder der Anschluss an ein Wärmenetz infrage.
Wichtig: Es muss nicht „die eine“ Lösung für alle geben. In vielen Fällen sind auch Kombinationen mög-lich, etwa eine Wärmepumpe in Verbindung mit einem bestehenden Heizsystem oder ergänzenden Maßnahmen (z. B. Solarthermie).
Der kommunale Wärmeplan kann Ihnen eine erste Orientierung geben, welche Versorgungsformen in Ihrem Gebiet künftig möglich sein könnten. Für eine konkrete Entscheidung empfiehlt sich zusätzlich eine individuelle Energieberatung.









